Singakademie Dresden

Die Chöre und das Profil

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Unter dem Namen Singakademie Dresden finden sich allwöchentlich verschiedene Ensembles zum Einstudieren von Chormusik zusammen. Der Chor mit den meisten Mitgliedern ist der Große Chor. Die Zahl der Sänger liegt bei 140 Sängerinnen und Sängern. Mit einer Besetzung von ungefähr 45 Sängern setzt sich der Kammerchor aus Mitgliedern des Großen Chors zusammen. Im Kinderchor singen ca. 50-60 begeisterte Mädchen und Jungen, beginnend mit einer Vorklasse ab 5 Jahren. In den letzten Jahren ist der Kinderchor zunehmend in Aufführungen mit dem Großen Chor eingebunden worden und dient damit auch der Gewinnung von Nachwuchs. Der Seniorenchor ermöglicht den älteren, erfahrenen Chorsängern, weiterhin auf angemessenem Niveau zu singen und aufzutreten.

Chortradition

Seit dem Wirken von Fritz Busch, der dem Herrenchor die Damen hinzufügte, über seine prominenten Nachfolger Kurt Masur, Martin Flämig, Christian Hauschild und in jüngster Zeit Hans Christoph Rademann und Karsten Sprenger gibt es jährlich eine Vielzahl von Konzerten mit großer klassisch-romantischer Chormusik. Dazu zählt "Carmina burana" von Carl Orff (zumeist in der Felsenbühne Rathen und im Dresdner Zwinger und in Zusammenarbeit mit den Landesbühnen Sachsen), Beethovens 9. Sinfonie, das "Deutsche Requiem" von Johannes Brahms (mit der Sächsischen Staatskapelle), die oft erklingenden Requien von Verdi oder Mozart, Mendelssohns "Elias" oder Haydns "Schöpfung". Auch große A-cappella- Literatur pflegt der Chor, so z.B. die Lukas-Passion von Rudolf Mauersberger, die sich seit 2006 im Repertoire befindet und seitdem u.a. in der Dresdner Kreuz- und Frauenkirche erklang.

SingAKADEMIE

Den Doppelnamen SingAKADEMIE nimmt der Chor sehr ernst. Neben dem Angebot der Stimmbildung – parallel zu den Chorproben – gibt es Konzerteinführungen und eigene Vortragsveranstaltungen. Aus Anlass von Uraufführungen gab und gibt es Begegnungen mit Komponisten. In Schulen werden öffentliche Proben abgehalten. Eine intensive Zusammenarbeit besteht zur Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Aufwändige Programmhefte runden das Angebot ab, das weit über die normalen Aktivitäten eines Laienchores hinausgeht.

Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf die Zusammenarbeit mit jungen Künstlerinnen und Künstlern: Dirigier-, Chordirigier- oder GesangsstudentInnen haben oft mit der Singakademie gearbeitet und erste eigene künstlerische Schritte zurückgelegt. Die Singakademie veranstaltet Dirigierseminare (u.a. mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates), stand und steht für Prüfungen von ChordirigentInnen zur Verfügung und beschäftigt junge AbsolventInnen als Assistenten. Mit Prof. Ekkehard Klemm, der selbst an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden unterrichtet, steht dabei ein erfahrener Praktiker zur Verfügung.

Kontrastprogramme

Eine besondere Aufmerksamkeit schenken die Programme der Singakademie neueren und selten erklingenden Werken. Der künstlerische Kontrast soll dabei besonders thematisiert werden.

Hier hat sich insbesondere die seit 2004 installierte Reihe der "Adventsstern"- Konzerte einen Namen gemacht, in der dem allgegenwärtigen Weihnachtsoratorium Bachs innovative Programmkonzepte zur Weihnachtszeit gegenübergestellt werden – nicht, ohne Bach deshalb 'auszusperren': Kantaten des Bachschen Weihnachtsoratoriums erklangen beispielsweise mit Werken von Arvo Pärt und Benjamin Britten (2004) oder auch in Gegenüberstellung mit armenischen Sharakans und der 6. Sinfonie A. Terterians (2005); Bachs Magnificat wurde 2006 mit der "Confessio saxonica" von Manfred Weiss beantwortet und 2007 stand zwischen zwei französischen Barockkompositionen die spektakuläre Uraufführung "MenschenZeit" von Lothar Voigtländer. Aber auch in anderen Programmen sind Kontraste angesagt: M. Francks Evangelien-Motetten antwortet Musik aus Estland, Russland oder Ungarn. Die Johannes-Passionen Bachs und Arvo Pärts erklangen an einem Wochenende hintereinander, Webers Messen umrahmten die Uraufführung von "3 in 1" des Chorleiters Ekkehard Klemm usw.

Auch selten erklingende Werke wie etwa Dvořaks "Geisterbraut" (in Tschechisch!), Schumanns "Faust-Szenen", Webers "Oberon", Brittens "St. Niclas-Kantate", Blachers "Großinquisitor", Janačeks Glagolitische Messe oder Szymanowskis "Stabat mater" erklangen in denkwürdigen Aufführungen, wurden in Wochenendkursen besonders intensiv geprobt und zählen zu den Höhepunkten der letzten Jahre.

Konzerte wie diese sollen Horizonte eröffnen, die jenseits des Üblichen und Gewohnten liegen.

Überregionales Wirken

Als größter Laienchor in Sachsen ist es uns eine Ehre und Verpflichtung, mit Konzerten auch in der Region und darüberhinaus vertreten zu sein. Eine regelmäßige Gastiertätigkeit verbindet uns und die Landesbühnen Sachsen mit dem Dom zu Wurzen, mit Schwarzenberg im Erzgebirge, der Felsenbühne Rathen; aber auch fernere Ziele stehen auf dem Programm, so u.a. die Philharmonie in Jena, die Klosterkirche Thalbürgl, das Konzerthaus in Berlin oder Halle, die Freilichtbühne Ötigheim, Dresdens Partnerstadt Salzburg, Teplice oder Prag in Tschechien oder auf größeren Konzertreisen des Kinder- und Kammerchores auch Princeton, Philadelphia oder New York in den USA… Die für solche Reisen zu opfernden Urlaubstage zahlen sich durch besonders intensives Chorerleben mehrfach aus!