Singakademie Dresden

Leonore kommt nicht gegen Christus an

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Zweimal Beethoven, einmal Schubert - Dresdens Singakademie meisterte ein Programm mit Tiefgang.

Christian Fanghänel / Sächsische Zeitung,  23.03.2010

Sie hatten sich viel vorgenommen: Die Singakademie Dresden in Zusammenarbeit mit Sinus  Vocal   und den Dresdner Kapellsolisten gab am Sonntag in der Dresdner Auferstehungskirche Ludwig van Beethovens "Christus auf dem Ölberge", die Ouvertüre "Leonore" in der zweiten Fassung und Franz Schuberts "Deutsche Messe".


Ein schönes Programm, das es in sich hatte, wenn man allein auf die Herausforderungen des "Christus auf dem Ölberge" blickt. Diesem gut 50-minütigen Werk vorangestellt war  Beethovens "Leonore", die immer wieder vom Komponisten verändert wurde, bevor sie in die Oper "Fidelio" mündete. Dirigent Ekkehard Klemm, um Wohlklang bemüht, vermochte nicht durchgängig, dem Stück Balance und Schärfe zu geben. Zu unausgewogen waren dieTuttian der einen Stelle, zu gemessen die Tempi an der anderen. Das ist insofern sehr schade, als dass einzelne Passagen, beispielsweise mit Trompetenklängen aus der Sakristei oder mit durchaus aparten Celli, einfallsreich herausgearbeitet wurden.

Sicheres Holz, glänzendes Blech

Schuberts schlichte und vergleichsweise einfach zu singende "Deutsche Messe" mutete danach wie ein tiefer Atemzug mit klarer Luft an. Das sichere Holz und das an den richtigen Stellen glänzende Blech des überschaubar instrumentierten Werkes war  neben dem sauberen samtigen Chorklang ganz wunderbar anzuhören. Hier stimmten die Einsätze, traten kräftige Soprane hervor, schmiegten sich alle Stimmen zur Einheit.

Bei Beethovens "Christus auf dem Ölberge" sangen Dorothea Winkel (Sopran) als Seraph, Kay Frenzel (Tenor) als Jesus und Hagen Erkrath (Bass) als Petrus. Frenzel  brillierte mit seinem durchdringenden, farbig gut ausgestatteten Tenor und meisterte Höhen problemlos. Gemeinsam mit Winkel und ihrem silbrig schimmernden, lyrisch durchtränkten Sopran gelangen die Duette in bemerkenswerter Güte. Klemm legte den Solisten einen soliden instrumentalen Klanggrund und exzellente Chorflächen vor und schloss das Stück mit großer mitreißender Energie, die in der längst nicht ausverkauften Kirche viel Applaus auslöste.