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Singakademie Dresden |
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Szenisch oder nicht ist hier die Frage |
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Dresdner Musikfestspiele: Schumanns "Genoveva" in der Semperoper mit dem Sinfonieorchester der MusikhochschulePeter Zacher / DNN, 01.06.2010, 01.06.2010 Während der Intendanz Udo Zimmermanns wagte die Leipziger Oper 1999 eine neue Inszenierung, der aber auch kein anhaltender Erfolg beschieden war. Leipzig war aber nicht das erste Haus, das sich des Werks erneut annahm. Schon 1995 hatte die Bielefelder Oper eine erste Wiederaufführung nach siebzig Jahren unternommen. Die erste Aufführung in den USA, ebenfalls konzertant, im April 2005 in Boston, endete mit Standing Ovations. Am vergangenen Wochenende fand die Premiere einer neuen szenischen Umsetzung im Staatstheater Cottbus statt. Kein Geringerer als NikolausHarnoncourtnannte "Genoveva" die Neuerfindung der Oper und die bedeutendste Opernkomposition aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was Ekkehard Klemm mit Solisten, der Dresdner Singakademie und dem Hochschulsinfonieorchester darbot, bewies die Stärken dieser Musik. Die Handlung ist kein großer Wurf, lotet aber die Personen und ihre Motivation tief aus. Über Kürzungen könnte man nachdenken, um mehr Bühnenwirksamkeit zu erreichen. Klemm leitete das Geschehen straff und mit vollem Einsatz, zu der er auch die Mitwirkenden anfeuerte, ohne sich verausgaben zu müssen, denn dieser Einsatz wurde von allen bereitwillig erbracht. Nach leichten Anfangsirritationen spielte das studentische Orchester bis auf wenige Ausnahmen synchron und mit exakter Intonation, was auf intensive Probenarbeit schließen lässt. Die musikalisch nicht durchweg ergiebige Chorpartie ist nicht übermäßig umfangreich, aber dramaturgisch bedeutsam. Die Singakademie sang mit dichter und kompakterStimmgebung, aber ohne störendeRomantizismen. Bei den Solopartien gab es vier mit besonderer Wichtigkeit. In der Titelpartie sang Jana Reiner mit schöner Linearität und fand besonders in den lyrischen Passagen warme Töne. Johannes Wollrab war als Siegfried nobel, fast schon elegant, konnte aber auch kämpferische Seiten zeigen. Schlank geführt in der Rolle des Golo war der Tenor Falk Hoffmanns, dessen hohe Töne vorzüglich kontrolliert und voller Kraft und Strahlung waren. Dunkel, geheimnisvoll und gefährlich war dieMezzosopranistinHyun-DukNa in drei verschiedenen Rollen. Ob sich Dresden eines Tags an eine szenische Präsentation der "Genoveva" wagen wird, ist eine Frage, die auch über das Jubiläumsjahr hinaus offen bleibt.
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