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Singakademie Dresden |
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Späte Dresdner Begegnung |
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Blachers "Romeo und Julia" mit der Singakademie DresdenMatthias Herrmann / DNN, 23.06.2010, 24.06.2010 Gleich, ob es sich um Ur- und Erstaufführungen von ManfredWeiss, Lothar Voigtländer, JörgHerchetund Klemm selbst handelt oder um eine Verschränkung von (scheinbar) divergierenden Welten wie dem Brahms-Requiem mit Schönbergs "Menschheitsmusik". Neben dem klassischen Chorrepertoire spielen auch Komponisten eine Rolle, die in der Zeit des Nationalsozialismus zu leiden hatten, etwa Günter Raphael und Boris Blacher. Oder es erklingen abendfüllende Werke, zum Teil in Kooperation mit etablierten Dresdner Institutionen:Dvoráks"Geisterbraut", Schumanns "Faust-Szenen" und "Genoveva", Webers "Oberon",Szymanowskis"Stabatmater" oder Martinus "Gilgamesch". Als geistige Klammer fungierte im jüngsten Singakademie-Konzert im Palais im Großen Garten die europäische Renaissance: hier die Welt deutscher Madrigale eines Hans Leo Hassler für Chor a cappella, dort Shakespeares "Romeo und Julia" als konzertante Kammeroper von Boris Blacher. Eine zeitgenössische Anverwandlung des Shakespeare-Stoffes erzielte an diesem Abendbemerkenswerterweisedas Medium "bildende Kunst". So eröffneten die "Illustrationen" von Johanna Klemm und JulianeVestingdem interessierten Publikum die Möglichkeit einer mehrdimensionalen Rezeption: per Leinwand simultan zur Musik und als herkömmliche Bildpräsentation vor bzw. nach der Aufführung. Blachers 1943/44 entstandene einstündige Kammeroper wurde 1947 beim RIAS Berlin konzertant und 1950 in Salzburg szenisch uraufgeführt. Die hiesige Begegnung darf als späte Erstaufführung für Dresden gelten. In seiner Deutung des Stoffes wie der Figuren lässt Blacher dem Hörer hinreichend Raum für eigene Assoziationen, was nicht mit zurückhaltendem Gestaltungswillen zu verwechseln ist. Den anspruchsvollen vokalen Partien bietet das sparsam besetzte, dennoch exponierte instrumentale Grundgerüst viel Entfaltungsmöglichkeit. In der Personalunion von Musikhochschul-Professor und Singakademie-Chef nutzt Klemm für seine Projekte seit Jahren das reiche Potential an jungen Sängern dieser Ausbildungsstätte: DavidSitka(Romeo), GeorgStreuber(Capulet,Benvolio) und Christian Berger (Tybalt, Peter) stellten sich stimmlich-gestalterisch ganz in den Dienst ihrer Partien, befanden sich auch bezüglich der Aussprache auf bestem Wege. Eine ebenso vortreffliche Wahl bewies der Dirigent mit der Verpflichtung von Diana-Maria Fischer (Julia) und Inga Lampert (LadyCapulet, Amme). Musiker derSinfoniettaDresden traten wie die Solisten engagiert auf, gleichermaßen die Pianistin Katrin Klemm. Wie so oft war auch bei dieser Entdeckungsreise Ekkehard Klemm ein inspirierender Mittler zwischen Partitur, Ausführenden und Zuhörerschaft.
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