Singakademie Dresden

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Ekkehard Klemm wird neuer Leiter der Singakademie Dresden

Kerstin Leiße / DNN,  26.11.2003

Die Mitglieder der Singakademie Dresden haben sich am Montag Abend mehrheitlich für Ekkehard Klemm als neuen künstlerischen Leiter der Chorvereinigung entschieden. Nach dem Ausscheiden Karsten Sprengers im Sommer dieses Jahres war die Stelle überregional ausgeschrieben worden, 87 Kandidaten hatten sich daraufhin beworben, zwölf wurden zu Probedirigaten eingeladen. In die engere Auswahl kamen Matthias Herbig, Philipp Amelung und Ekkehard Klemm, die sich in Konzerten schließlich auch öffentlich vorstellen konnten. Für Klemm habe neben seiner künstlerischen Leistung bei einer Aufführung des Brahms-Requiems in der Lukaskirche seine große Erfahrung als Dirigent den Ausschlag gegeben, erklärte Uta Maucher, Sprecherin der Singakademie, auf Anfrage. Zudem erhoffe man sich von ihm auch Impulse, die sich aus seiner Tätigkeit als Professor für Dirigieren und künstlerischer Leiter des Sinfonieorchesters an der hiesigen Musikhochschule ergeben könnten.

Ekkehard Klemm, 1958 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren, war von 1968 bis 1977 Mitglied des Dresdner Kreuzchores. Nach dem Abitur studierte er an der Musikhochschule Dresden, seine wichtigsten Lehrer waren Siegfried Kurz (Dirigieren) und Manfred Weiss, Rainer Kunad, Wilfried Krätzschmar (Komposition) sowie Heidrun Richter (Klavier). Ein erstes Engagement trat er 1984 als 1. Kapellmeister am Landestheater Altenburg an und war zudem zwei Jahre kommissarischer Musikalischer Oberleiter des Hauses, bevor er 1988 als Chefdirigent ans Theater Greifswald, später Theater Vorpommern (hervorgegangen aus den Theatern Greifswald bzw. Stralsund) wechselte. 1996 folgte Klemm dem Ruf als Dirigent an das Staatstheater am Gärtnerplatz in München, hier ist er zudem seit 1999 Geschäftsführender Stellvertreter des Chefdirigenten.

Prof. Ekkehard KlemmGastweise arbeitete Ekkehard Klemm u.a. mit der Sächsischen Staatskapelle, der Dresdner Philharmonie, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Sinfonieorchester des Tschechischen Rundfunks Prag, dem Händelfestspielorchester Halle und der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin sowie dem Sinfonieorchester der Musikhochschule Dresden. Zudem wirkte er bei Festivals wie Münchner Biennale, Dresdner Musikfestspiele, Bad Hersfelder Festspiele, Musiksommer Mecklenburg Vorpommern und Greifswalder Bach-Woche mit.

Sein neues Amt bei der Singakademie Dresden wird Ekkehard Klemm im Januar 2004 antreten, dem Staatstheater am Gärtnerplatz München danach ab Sommer 2004 noch als ständiger Gastdirigent verbunden bleiben. Er sei sehr glücklich über die Wahl, sagte er gestern gegenüber DNN, könne er doch so auch in Dresden eigene künstlerische Akzente setzen. Es sei wichtig, dass Berufsmusiker Brücken schlagen zu solchen Laienensembles, denn diese seien der Humus, aus dem im günstigen Fall auch professionelle Ergebnisse erwachsen können. Der sehr leistungsfähigen Singakademie wolle er - bei Bewahrung des traditionellen Repertoires - auch Neues erschließen. Die Strukturen - Großer Chor, Kinder- und Jugend- sowie Seniorenchor - seien sehr gut und deshalb beizubehalten, wobei Ekkehard Klemm den a-cappella-Bereich noch ausbauen möchte.

Entscheidend sei, sagte er, dass durch die Berufung eines neuen Chorleiters wieder Sicherheit und Stabilität für die Chormitglieder entstehe. Die Singakademie kennt Klemm übrigens schon seit langem, war er doch von 1979 bis 1983 Assistent des damaligen Leiters Christian Hauschild.

Das nächste Jahr hält einige große Aufgaben für den Chor bereit. In seinem Antrittskonzert als neuer Chef wird Ekkehard Klemm am 27. März 2004 in der Versöhnungskirche Haydns "Die sieben letzten Worte des Erlösers" dirigieren. In Kooperation mit der Nordböhmischen Philharmonie Teplice soll außerdem Dvoraks romantische Ballade "Die Geisterbraut" aus der Versenkung geholt werden, bevor aus Anlass des 120-jährigen Bestehens der Singakademie Verdis Requiem auf dem Programm steht. Dieses Konzert wird man gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle und dem Chor der Jenaer Philharmonie in der Kreuzkirche bestreiten.